Sicherheit

Neuerungen im Gerüstbau

Äußerlich erkennbar sollte ein nach neuer Norm erbautes Gerüst durch mindestens 150 mm hohe Bordbretter sein, die bisher geltende Bordbretthöhe von 100 mm wurde nur auf Grund einer für Deutschland geltenden nationalen Abweichung in der DIN 4420-4 akzeptiert, diese Abweichung gibt es europäisch nicht mehr. Selbstverständlich dürfen in Gebrauch befindliche Bordbretter mit alter Bauhöhe weiterverwendet werden, bis sie unbrauchbar sind und ersetzt werden müssen, aber dann mit der neuen Höhe.
Die Klassifizierung von Gerüsten erfolgt zukünftig nicht mehr nach Gerüstgruppen, sondern nach Breitenklasse, Lastklasse und Klasse der Durchgangshöhe. Nicht fertig gestellte Gerüste oder Teile von Gerüsten müssen deutlich sichtbar gesperrt und mit dem Verbotszeichen „Zutritt Verboten“ gekennzeichnet werden. Fertige Gerüste sind mit den entsprechenden Nutzungsdaten zu kennzeichnen. Hinweise dazu sind in der Handlungsanleitung für den Umgang mit Arbeits- und Schutzgerüsten (BGI 663) zu finden.

Sicherer Umgang mit Gerüsten

Mit der nationalen Umsetzung der europäischen Arbeitsmittelbenutzerrichtlinie in die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) werden die Anforderungen an die sichere Verwendung von Gerüsten in staatliche Regelungskompetenz überführt. Mit der Veröffentlichung der neuen Normen und auf Grund der Anforderungen der BetrSichV wurden die Berufsgenossenschaftlichen Regeln „Gerüste“ zurückgezogen.
Die Handlungsanleitung für den Umgang mit Arbeits- und Schutzgerüsten (BGI 663) gibt erläuternde Hinweise zu den Vorschriften der BetrSichV über den Auf-, Um und Abbau und die Benutzung von Arbeits- und Schutzgerüsten. Sie richtet sich vorrangig an den Ersteller und Benutzer von Arbeits- und Schutzgerüsten.
Der Arbeitgeber hat nach § 5 des Arbeitsschutzgesetzes die notwendigen Maßnahmen für die sichere Bereitstellung und Benutzung der Arbeitsmittel zu treffen. Für Arbeitsmittel sind insbesondere Art, Umfang und Fristen erforderlicher Prüfungen zu ermitteln. Der Arbeitgeber hat die notwendigen Voraussetzungen festzulegen, welche die mit der Prüfung beauftragten, befähigten Personen erfüllen müssen.

Die neue Zuordnung für das Arbeitsmittel „Gerüst“ ist in der Betriebssicherheitsverordnung BetrSichV geregelt:
• Verantwortlichkeiten,
• Prüfung,
• Bestimmungen des Arbeitsschutzes.

Die DIN EN 12810/12811 und DIN 4420 enthalten Produktanforderungen:
• Dimensionierungen,
• Belastbarkeiten,
• Werkstoffe,
• Konstruktionen.

Der Einsatz von Systemgerüstbelägen ist nur entsprechend Zulassungsbescheid für das jeweilige Systemgerüst erlaubt. Die Auswahl ist abhängig von:
• Belastung,
• Spannweite,
• Einsatzart (Arbeits- oder Schutzgerüst).

Es ist zu beachten:
• Durchstiegstafeln meist Lastklasse 3,
• Beschädigte Beläge nicht einbauen,
• Gerüstbeläge in voller Breite einbauen,
• Prüfung des Belages nach den Vorgaben des Herstellers.

Mit freundlicher Genehmigung des Autors:
Dipl.-Ing. Wolfgang Kratkey, Schwerin, BG BAU, Prävention Hochbau

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